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Auf dem Foto hält ein Kasseler Fotograf circa 1898 eine interessante Situation am Altmarkt fest.
Mehrere Personen sind dabei, in die Pferde-Straßenbahn einzusteigen, die vom Altmarkt zum Stadtteil Wolfsanger führt. Das ist ein Wagen, der auf Schienen fährt und (hier) von zwei Pferden gezogen wird.
Foto: Stadtarchiv
Zu sehen ist die Ecke Altmarkt-Brüderstraße. Das Haus mit dem Renaissance-Giebel und daneben das Linker-Haus gehörten zu den vielen repräsentativen Bürgerhäusern der Kasseler Altstadt. Sie wurden in der Bombernnacht zum 23. Oktober 1943 ganz oder teilweise zerstört. Der Neuaufbau veränderte das Stadtbild besonders hier am Altmarkt grundsätzlich.
In Berlin erfand der Fuhrunternehmer
S. Krems bereits 1825 diesen Fahrzeugtyp. Der Kremser hatte Federung und Verdeck. Große Doppeldecker-Wagen konnten auch auf dem Oberdeck Personen befördern, von einer Außentreppe aus zu erreichen.
Diese Ausstellung fand auf dem Gelände der kleinen Aue statt, nördlich der Orangerie gelegen. Heute befindet sich hier die heute Hessen-Kampfbahn.
Für das Straßenbahnprojekt gewann Wigand Investoren aus England. Die Dampflokomotive und die Personen-wagen waren deshalb auch britische Produkte. Neu in Europa war noch, ein öffentliches Verkehrsmittel in einer Stadt auf Schienen fahren zu lassen.
Realität? .... Ansichtssache? .... Einstellung?
In Kassel entwickelte sich der öffentliche Nahverkehr schon sehr früh. Es begann 1870 mit einem
Pferde-Omnibus, einer mehrsitzigen Kutsche, die von einem Pferd gezogen wurde.
Der Geschäftsmann Georg Heinrich Wigand erhielt 1870
in Kassel die Konzession für einen Pferde-Omnibus, der vom Königsplatz nach Wilhelmshöhe fuhr.
Wer benutzte den Omnibus? Das waren beispielsweise Besucher der Kasseler Industrieausstellung vom Juni bis Oktober 1870. Sie sollten den Bahnhof Wilhelmshöhe und die Hotels dort bequem erreichen können. Die Nachfrage konnte der Omnibus kaum abdecken, der Bedarf nach öffentlichen Verkehrsmitteln war somit offensichtlich.
Und dann verfügten die Hotels in der Stadt nicht über genügend Kapazitäten, um Teilnehmer von Tagungen oder Besucher unterbringen zu können. Wigand regte deshalb die Gründung einer Aktiengesellschaft an, um weiter oben in Wilhelmshöhe, direkt am Schlosspark, die Finanzierung für ein Hotel- und Pensionshaus abzusichern. Dieses wurde 1873 eröffnet. Außerdem beantragte Wigand die Konzession für den Betrieb
einer Straßenbahn.
POSTKARTEN .. - .. DAS.. GEDÄCHTNIS . EINER . STADT.
1877 nahm die Dampf-Straßenbahn ihren Betrieb auf. Sie führte auf Schienen vom Königsplatz entlang der Königsstraße und der Wilhelmshöher Allee hoch zum Schlosspark. Heute ist das die Endstation der Linie 1 der Kasseler Verkehrsgesellschaft. 1896 wurde die Strecke zweigleisig ausgebaut, verbunden mit der Umstellung auf den elektischen Betrieb.
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