Welche Ansicht soll es sein?
Theater um die Theater
Gefällige Ansicht aus dem Westen.

Die beiden Fotos von der Orangerie aus verdeutlichen, wie der Bau in den Hang hinunter zur Karlsaue ragt.

Die Flieger-aufnahme, 1936 als Postkarte gelaufen, veranschaulicht die Ausmaße des Gebäudes in Beziehung zum Platz.

Die Eröffnung
des preußischen Hoftheaters
erfolgt 1909.

Der Kaiser ist anwesend.

Mit 1450 Sitzplätzen ist
es eines der größten deutschen Theaterhäuser.

Der Standort an der Südseite des Friedrichsplatzes verfügt über eine eigene Straßen-bahnhaltestelle.


Der hessische Löwe ist auch
am Treppenaufgang zum Regierungspräsidum der Provinz Hessen-Nassau
(nach der Vereinnahmung Kurhessens durch Preußen 1866) ein markantes Symbol.

Das alte Opernhaus wurde abgerissen und machte
1911 dem ersten Casseler Warenhaus Platz, das Kaufhaus Tietz. Besonders
die außergewöhnlich großen Schaufenster lockten zahlreiche Besucher an..
Kassel hatte ein schönes und anerkanntes Opernhaus.
An der Nordwestecke des Friedrichs-platzes stand
es für die Konzeption der großzügigen Platzgestaltung.
Die Oper neben den anderen repräsentativen Gebäuden:
Palais, Kanzlei, Verwaltung, Kommandantur, Gotteshaus, Tor, Bürgerhäuser.
Hier auf dieser Seite, also für die angestrebte differenzierte "Ansichtssache Theater" sind
die Idee und die Gestaltung des Friedrichsplatzes unser zentraler Bezugspunkt.
In der Bombennacht zum 23. Oktober 1943 wurde das Theater schwer getroffen.

Im Denken heute wäre es unstrittig, solche teilzerstörten historischen Gebäude wieder aufzubauen.

In den 1950er Jahren herrschte bei vielen Entscheidern die Einstellung vor, sich von den alten Stadtbildern und besonders dem Vorbelasteten (Preußen, NS-Zeit) verabschieden zu müssen.

Wir plädieren für ein kontextbezogenes Betrachten von unterschiedlichen Stadtbildern.

Im Hoftheater, dem preußischen Theater, dem Staatstheater
von 1959 spüren wir jeweils vermittelte Stadtbilder auf.

Wir wollen hinter die Fassaden schauen!
Das Hoftheater (an der Ecke Königsstraße - Opernstraße) wurde 1769 eröffnet. Es war ein in Deutschland anerkanntes Opernhaus. Hier wirkte beispielsweise Louis Spohr (1822 - 1859). Gustav Mahler war hier
Kapellmeister und Hofdirigent (1883 - 1885).

Kaiser Wilhelm II. wünschte sich für Cassel, die Stadt seiner Sommerresidenz, einen prägnanten Neubau für ein Drei-Sparten-Haus. Und es sollte exponiert die gesamte Südseite des Friedrichsplatzes einnehmen. Das Auetor musste weichen. Dessen Mittelteil wurde abgetragen und neben dem Regierungspräsidium neu errichtet.

Realität? .... Ansichtssache? .... Einstellung?
POSTKARTEN .. - .. DAS.. GEDÄCHTNIS . EINER . STADT... - ... ANSICHTSSACHE ..THEATER